In Braunschweig sollen Aufnahmen für den Kinofilm „Der große Traum des Konrad Koch“ abgedreht werden, das erfordert viel Vorarbeit. Vorarbeit, die Motiv-Aufnahmeleiter Tobias von Schönermark leisten muss. Da es sich bei dem Kinostreifen, um eine Verfilmung, eines wesentlichen Meilensteins der Geschichte des deutschen Fußballs handelt, liegt dem 39-Jährigen Schönermark besonders viel daran, dass alles perfekt inszeniert werden kann. Da sich dieser Grundstein für den Fußball in Deutschland, im Jahre 1874 vor den Toren Braunschweigs zugetragen hat, muss Schönemark bereits im Vorfeld, also lange vor Drehbeginn, dafür sorgen, dass alle Unstimmigkeiten beseitigt sind bevor das Filmteam anrollt. „Zeit ist Geld“ meint der zuständige Motiv-Aufnahmeleiter Schönemark, das ist uns nicht neu. Doch die Dimensionen und die Bedeutung, die diese „drei-wortige“ Redensart in der Filmindustrie repräsentiert, sind immens. Schönemark muss zeitlich alles genau abstimmen und es darf keine Zeit verschwendet werden, denn „der Tross rollt an, dreht und verschwindet wieder“. Alles muss für diesen einen Drehtag perfekt sein, die Illusion des Braunschweigs um 1874 glücken und glaubhaft bei den Zuschauern rüberkommen. Bushaltestellenschilder müssen genauso aus dem Stadtbild verbannt werden, wie Bänke und Straßenschilder. Buslinien umfahren den Altstadtmarkt und auch für Autofahrer ist alles abgesperrt. In größeren Städten, in denen häufiger gedreht wird, seien die Menschen wegen den Einschränkungen und auch die Verwaltungen der Städte bereits des Öfteren genervt. Deshalb freut sich Schönemark über das Entgegenkommen Braunschweigs und die Kooperation, denn es müssen etliche Genehmigungen für solch einen Drehtag eingeholt werden. Der Zebrastreifen müsse zum Beispiel mit Sand überstreit werden, für alles braucht man das OK der zuständigen Behörden. Solche Kleinigkeiten zu übersehen oder zu denken, sie fielen nicht auf, das kommt für den erfahrenen Motiv-Aufnahmeleiter nicht in Frage. Bei Fernsehproduktionen, so Schönemark, fallen solche Details nicht allzu sehr ins Gewicht, doch bei Kinofilmen schauen die kritischen Zuschauer genauer hin. Das fällt angesichts der Relationen auch nicht schwer, denn ein Millimeter auf dem heimischen Fernsehgerät ist kaum zu sehen, der gleiche Ausschnitt ist auf einer Großbildleinwand eines Kinos aber ein Mal ein Metern groß.